Innovation im Gesundheitswesen
Black Forest Hackathon meets smartXhealth
Von der Challenge zum Prototyp
Drei Tage intensive Arbeit, 15 interdisziplinäre Teams, fünf Challenger aus Klinik und Industrie: B.Braun, Universitätsklinikum Freiburg, neudio, habric und myoncare stellten konkrete Challenges und unterstützten mit Daten, Hardware und Expert:innen-Know-how. Programmierer:innen, Data Scientists, Mediziner:innen, Designer:innen und Business-Minds arbeiteten gemeinsam an Lösungen, die echten Impact für Patient:innen, Pflege und das Gesundheitssystem schaffen – mit Zugang zu cutting-edge Tools, Datasets und APIs, begleitet von Mentor:innen und motiviert durch 6.000 Euro Preisgeld.
Beim großen Finale präsentierten alle Teams ihre innovativen Lösungen vor der Jury. Was beeindruckte: nicht nur die technische Finesse und Innovationskraft, sondern auch die kreative Zusammenarbeit über Disziplingrenzen hinweg – erreicht in kürzester Zeit.
Inspiriert wurden die Teilnehmenden durch Keynotes von Prof. Dr. Frederik Wenz (CMO/CEO, Universitätsklinikum Freiburg) und Michael Lauk (Chief Digital Officer, B.Braun Group).
Real-World Challenges
Challenge 1 – Universitätsklinikum Freiburg: Sprachgesteuerter Klinikassistent Wie können Spracherkennung und KI die Interaktion mit Krankenhausinformationssystemen vereinfachen? Statt manueller Dateneingabe sollen Ärzt:innen per Stimme auf Patientendaten zugreifen, Befunde abrufen und Anordnungen treffen können – basierend auf FHIR-Standards und einer synthetischen FHIR-Datenbank.
Challenge 2 – Neudio: Gehirngesteuerte Musik Wie lässt sich Musik in Echtzeit an die Gehirnaktivität anpassen? Gesucht wurde eine mobile iOS-Lösung mit unter 100ms Latenz, die Bluetooth-Gehirnsensoren mit Musiksynthese-Apps verbindet – für personalisierte Therapie und kognitive Optimierung.
Challenge 3 – B.Braun: KI-gestützte OP-Dokumentation Wie kann KI automatisch relevante Bilder und Videos aus OP-Aufzeichnungen auswählen, bewerten und annotieren? Mit intuitiver Swipe-Galerie, Qualitätsfiltern und chronologischer Sortierung – optimiert für Tablets und Desktop-Workflows.
Challenge 4 – habric: Vision Agent für Blinde Wie ermöglichen wir blinden Nutzer:innen, ihre Umgebung durch Konversation zu verstehen? Gefragt war eine Edge-AI-Lösung mit Kamera, die in Echtzeit räumlich bewusste, präzise Antworten auf Fragen wie „Was ist vor mir?“ oder „Welche Farbe hat das Auto?“ gibt.
Challenge 5 – Universitätsklinikum Freiburg / myoncare: Virtuelle Transplantationsklinik Wie können digitale Pfade und KI-Tools die Transplantationsversorgung verbessern? Von der Voruntersuchung bis zur Nachsorge: Gesucht wurden Lösungen für besseres Monitoring, Kommunikation und klinische Entscheidungsfindung auf der No-Code-Plattform myoncare.
Die Gewinner-Teams
1. Platz: Team wHISper – Hands-Free Sprachassistent Das Gewinnerteam entwickelte einen hands-free Sprachassistenten für den Klinikalltag. Ärzt:innen können per Stimme auf das Krankenhausinformationssystem zugreifen – Patientendaten abrufen, Vitalwerte einsehen, Untersuchungen anordnen. Die Lösung läuft auf dem Dienst-Smartphone und aktiviert sich nur, wenn das Telefon neben dem Krankenhaus-Ausweis in der Brusttasche liegt. Ein intelligentes Sicherheitskonzept für maximale Effizienz im Stationsalltag.
2. Platz: Team N – HUGO: Digitale Begleitung für Transplantationspatient:innen Team N entwickelte „HUGO“, eine telemedizinische Lösung für die Nachsorge von Nierentransplantationspatient:innen. Die Plattform adressiert drei zentrale Herausforderungen: Informationsüberflutung nach der Transplantation, komplexes Medikamentenmanagement und Infektions- sowie Abstoßungsrisiken. HUGO ermöglicht Patient Empowerment durch strukturierte digitale Begleitung und verbessert nachweislich die Medikamenten-Adhärenz (von 35% auf 83%), reduziert ungeplante Krankenhausaufenthalte und Transplantatverluste auf null – bei gleichzeitiger Kostensenkung pro Patient:in von 10.500€ auf 8.500€.
3. Platz: Team BRAUNi – From Chaos to Clarity in Surgery Reporting
Ganz nach dem Motto „From Chaos to Clarity in Surgery Reporting“ überzeugte Team BRAUNi die Jury mit einer Live-Demo ihres Produkts: BRAUNi verarbeitet unterschiedlichste Eingabedaten – medizinische Aufzeichnungen, OP-Planung, Anästhesiedaten und Audio – durch intelligente KI-Datenverarbeitung. Das Produkt bietet eine strukturierte Procedure Timeline und ein adaptives chirurgisches Interface. Der Output: vollständige OP-Berichte, OPS-Codes, postoperative Anweisungen und synchronisierte medizinische Dokumentation – kompatibel mit gängigen Standards.
Innovation trifft Healthcare: 48 Stunden für die Medizin von morgen
Vom 28. bis 30. November 2025 wurden das Universitätsklinikum Freiburg und das Freiburger Innovationszentrum zur Bühne für Healthcare-Innovation. Der Black Forest Hackathon – das etablierte Format für Visionär:innen, die ein Wochenende lang mit neuesten Technologien in einzigartiger Atmosphäre arbeiten – traf erstmals auf smartXhealth. 100 Teilnehmende Hacker:innen kamen zusammen, um in interdisziplinären Teams an realen Herausforderungen des Gesundheitswesens gemeinsam mit den Challengegebern, Mentoren und Innovatorinnen aus dem Gesundheitswesen zu arbeiten.
Innovationsprojekt mit Pfizer Healthcare Hub
Zwischen Forschung und Praxis
Die Pfizer Pharma GmbH ist ein weltweit agierendes Pharmaunternehmen, das sich auf die Forschung, Entwicklung und Vermarktung von innovativen Medikamenten und Therapien konzentriert. Die Fachexpert:innen des Health Solution Partner Teams Inflammation & Immunology am Standort Berlin, arbeiten intensiv an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis, um neue Ideen, Services und Projekte zu entwickeln, bei denen die Patient:innen im Mittelpunkt stehen.
Maßgeschneiderter Workshop mit BadenCampus
Design Thinking ist ein erprobter, systematischer Ansatz, der darauf abzielt, komplexe Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Dabei liegt der Fokus auf der Kundenzentrierung sowie der kollaborativen Lösungsfindung durch multidisziplinäre Teams.
In einem interaktiven, 1.5-tägigen Workshopformat wurden die Prinzipien von Design Thinking erläutert und wirksame Methoden zur Problemanalyse, Kundenorientierung und Ideengenerierung vermittelt. Der Workshop legte besonderen Wert auf einen hohen Praxisbezug, indem die Methoden anhand von realen Fällen und Beispielen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden angewendet wurden. Dies ermöglichte den Teilnehmer:innen nicht nur das Verständnis der theoretischen Konzepte, sondern auch deren direkte Anwendbarkeit in ihrer täglichen Arbeit. Gleichzeitig konnten so schon während des Workshops Ideen generiert werden.
Gemeinsam erreichte Ziele
Nutzer:innen noch mehr im Fokus: Die Teilnehmenden gewannen eine umfangreiche Perspektive auf die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Stakeholder – seien es Ärzt:innen, Apotheker:innen oder Berufsverbände und Patient:innen. Dies ermöglichte eine fundierte Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter Lösungen, die einen ganzheitlichen Ansatz in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen berücksichtigen.
Gefestigte Innovationskultur: Der Design Thinking Workshop trug dazu bei, eine Innovationskultur im Team zu etablieren. Durch die Ermutigung zur kreativen Problemlösung und die Integration agiler Arbeitsmethoden schuf der Workshop eine Atmosphäre, in der innovative Ideen nicht nur willkommen, sondern auch aktiv gefördert werden. Dies stärkt die Innovationsbereitschaft und den Mut zur Umsetzung von neuen Ansätzen im Team.
Wirkungsvolle Entwicklung: Die iterative Natur des Design Thinking Prozesses ermöglicht eine schnellere Identifikation und Umsetzung von erfolgversprechenden Ideen. Dadurch kann das Team agiler auf sich ändernde Marktanforderungen reagieren.
"Die praxisorientierten Methoden haben uns nicht nur geholfen, innovative Ideen zu entwickeln, sondern auch eine nachhaltige Kultur der Zusammenarbeit und Kreativität innerhalb unseres Teams weiter zu fördern. Das maßgeschneiderte Konzept und die empathische Moderation werden zweifellos einen positiven Einfluss auf unsere zukünftigen Projekte haben."
Pfizer Pharma GmbH, Berlin